Die Regeln des Fechtens


Die Regeln für das Fechten werden von der FIE (Federation Internationale d'Escrime) festgelegt.

 

Die Altersklassen im Fechtsport


Schüler: 9 – 11 Jahre; starten nach Jahrgängen getrennt; fechten mit kleinerer Waffe
B-Jugend: 12 – 13 Jahre; starten nach Jahrgängen getrennt; bei A-Jugend startberechtigt
A-Jugend: 14 – 16 Jahre; bei Junioren startberechtigt; internationale Bezeichnung:
"Cadettes", auch in Deutschland mitunter als "Kadetten" bezeichnet Junioren: 17 – 19 Jahre; bei Aktiven startberechtigt; internationale Bezeichnung: "Junieurs"
Aktive: ab 20 Jahre; internationale Bezeichnung: "Senieurs"
Ausschlaggebend ist der Geburtsjahrgang. Der Wechsel in die nächst ältere Klasse erfolgt zu Beginn der neuen Saison nach der Sommerpause.
Senioren: ab 40 Jahre; Altersklasse 0 = 35-39 Jahre, AK I = 40-49 Jahre, AK II = 50-59 Jahre, AK III = 60-69 Jahre, AK IV = 70-79 Jahre; internationale Bezeichnung: "Veterans"
Ausschlaggebend ist der Geburtstag. Der Wechsel in die nächst ältere Klasse bei den Senioren erfoglt sozusagen tagesaktuell.

 

Die Fechtbahn

 

Die Fechtbahn – international offiziell als "Piste", umgangssprachlich auch als "Planche" bezeichnet – ist 14 Meter lang, und 1,50 Meter breit und wird durch die Seitenlinien und Endlinien begrenzt. Je zwei Meter von der Mittellinie entfernt sind die Startlinien. Hier stellen sich die Fechter zu Beginn des Gefechts und nach jedem gültig gewerteten Treffer auf.
Verlässt ein Fechter die Bahn über die Seitenlinien, wird das Gefecht unterbrochen und der Fechter muss einen Meter zurückweichen. Verlässt ein Fechter die Bahn mit beiden Beinen über die Endlinie nach hinten, wird das Gefecht ebenfalls unterbrochen und der Gegner erhält einen Treffer zugesprochen. Einen Gegentreffer hat es auch zur Folge, wenn der Fechter die Bahn innerhalb des letzten Meters seiner Bahnhälfte seitlich verlässt. Eine Warnlinie oder schraffierte Zone zeigt ihm die letzten beiden Meter der Fechtbahn an. Die Bahn selbst besteht aus elektrisch leitendem Material, zum Beispiel einer Kupfermatte oder Aluminium, und wird durch ein Kabel mit der Erdung des Melder verbunden. Dadurch zeigt das Gerät Stöße auf die Bahn nicht an.

fechtbahn

Dauer eines Gefechts

 

In den Vor-Runden...
... beträgt die maximale Gefechtszeit netto 3 Minuten. Wer als erstes 5 Treffer erreicht, gewinnt das Gefecht. Doppeltreffer (gibt es nur im Degenfechten!), die beim Stand von 4:4 fallen, werden nicht mehr gezählt. In der jüngsten Altersklasse "Schüler" (U12) gehen die Gefechte auf 4 Treffer.

In einer Direktausscheidung (K.O.-System)...
... beträgt die maximale Gefechtszeit netto 9 Minuten. Nach je 3 Minuten gibt es 1 Minute Pause. Wer als erstes 15 Treffer erreicht, gewinnt das Gefecht. Doppeltreffer (gibt es nur im Degfechten!), die beim Stand von 14:14 fallen, werden nicht mehr gezählt. Bis zur Altersklasse "B-Jugend" (U14) gehen die Gefechte auf 10 Treffer bei maximal 6 Minuten Gefechtszeit.

Im Mannschaftswettbewerb
Eine Mannschaft besteht aus drei Fechtern plus einem Ersatzfechter. In durch das Reglement festgelegter Reihenfolge tritt jeder Fechter einer Mannschaft gegen jeden der anderen an. Jedes Teilgefecht dauert maximal 3 Minuten netto. Gefochten wird eine Stafette. Die beiden ersten Kontrahenten fechten auf 5 Treffer. Die nächsten beiden übernehmen den Trefferstand und fechten weiter, bis ein Team 10 Treffer hat. Das dritte Gefecht geht bis 15 Treffer, das vierte bis 20 und so weiter. Die zu erreichende Trefferzahl bleibt für jedes Teilgefecht fest. Für das sechste Teilgefecht gilt also auch dann die Grenze von 30 Treffern, wenn es zuvor nur 12:13 stand, weil mehrfach die Gefechtszeit um war. Gewonnen hat das Team, das im neunten und letzten Gefecht als erstes 45 Treffer erreicht oder bei Zeitablauf in Führung liegt. Es kann in einem Mannschaftskampf nur einmal ausgewechselt werden. Der Ersatzfechter übernimmt dann die restlichen Teilgefechte des ausgewechselten Fechters.

 

Zeitnahme im Gefecht

 

Die Gefechtszeit läuft ab dem Kommando "Los!" / "Allez!" des Kampfrichters und wird bei grundsätzlich jedem "Halt!" / "Alt!" angehalten. Ein "Halt!" / "Alt!" erfolgt bei jedem Aufleuchten einer Trefferanzeige, oder wenn es der Obmann für erforderlich hält (z.B. bei Unsportlichkeit, auswegloser Gefechtssituation, technischem Defekt). Die Zeitnahme erfolgt entweder per Handstoppuhr durch den Kampfrichterselbst oder durch eine im Melder integrierte Uhr, die der Kampfrichter per Fernbedienung steuert.

Bei Ablauf der Gefechtszeit...
...gilt der als Sieger, der zu diesem Zeitpunkt in Führung liegt.

Bei Ablauf der Gefechtszeit und Treffergleichstand...
...wird das Gefecht um eine Minute verlängert. Der nächste Treffer entscheidet das Gefecht. Vor Beginn der Verlängerung bekommt einer der beiden Fechter per Losentscheid einen Vorteil zugesprochen. Fällt während der Verlängerungsminute kein entscheidender Treffer, dann hat der gewonnen, der den Vorteil hatte. Auf diese Weise wird in der Verlängerungsminute einer der beiden Fechter zur Initiative gezwungen. Dies ist insbesondere im häufig von Taktik geprägten Degenfechten notwendig, wo sich gelegentlich zwei Kontrahenten belauern, aber jeder dem anderen den Angriff überlassen will.

 

 

 

Im Fechten unterscheidet man drei Waffenarten:

 

DEGEN, FLORETT und SÄBEL:

DEGEN:

 

Der Degen ist eine reine Stoßwaffe. Die gültige Trefffläche ist der gesamte Körper. Der Treffer muß mit einem Druck von min. 750 g aufkommen, um angezeigt zu werden.Die Waffe ist maximal 110 cm lang. Der Degen ist etwas schwerer und steifer als das Florett.

 

Gültige Trefffläche beim Degen, schwarz dargestellt.

 

 

 

 

Im Gegensatz zu Florett und Säbel zählen beim Degen alle Treffer. Wenn beide Fechter innerhalb von 40 msec treffen, werden beide Treffer angezeigt und auch beiden Athleten gutgeschrieben. Es gibt also kein Treffervorrecht.

Dadurch, daß der ganze Körper gültige Trefffläche ist und es kein Treffervorrecht gibt, wird dem Degen relativ oft konteroffensiv gefochten. Häufig ergibt sich die beste Möglichkeit zum Treffer, wenn der Gegner gerade seinen Angriff startet. Oft wird versucht die gegnerische Hand oder den Arm zu treffen. Dadurch ist der Degen mehr als die beiden anderen Waffen durch präzise Bewegungen und taktisches Abtasten gekennzeichnet.

FLORETT:


Das Florett ist eine reine Stosswaffe, d.h. Treffer können nur mit der Spitze gesetzt werden. Der Druck muß dabei mindestens 500 g betragen, damit der Treffer angezeigt wird. Die gültige Trefffläche ist der Torso; Arme, Beine und Maske sind ungültige Treffläche. Die gültige Trefffläche ist durch eine elektrisch leitende Brokatweste bedeckt, so daß die Meldeanlage automatisch zwischen gültigen und ungültigen Treffern unterscheiden kann.

Gültige Trefffläche beim Florett, schwarz dargestellt.

 

Die Waffe ist maximal 110 cm lang.

 

Wie beim Säbel gilt beim Florett das Treffervorrecht. Nur wer zuerst angreift kann einen zählbaren Treffer setzen. Der Angegriffene muß die Attacke erst parieren, dann kann er einen Gegenangriff, die sogenannte Riposte, starten. Wenn beide Fechter zugleich angreifen kann kein Treffer gegeben werden. Der Obmann hat zu entscheiden, wer im Zweifelsfall das Treffervorrecht hatte.

Durch das Treffervorrecht und die Tatsache, daß die gültige Trefffläche, der Torso, relativ schwer zu erreichen ist, wird mit dem Florett in der Regel offensiv und sehr athletisch gefochten.

SÄBEL:

KÖRPERKABEL:

links Florett /  rechts Degen

Hilfreicher Link zur Reparatur von Waffen und Körperkabeln